Ein Motor, ein Touchscreen: Was die A-dec/Sirona-Integration für Barrieren bedeutet

4. September 20263 Min. Lesezeitequipmentworkflowinfection-control
A dental delivery unit touchscreen and foot control, representing the integrated Midwest Motor System on an A-dec Pro delivery unit.

Was sich tatsächlich ändert

Am 19. Februar 2026 gaben A-dec und Dentsply Sirona bekannt, dass das Midwest-Motorsystem von Dentsply Sirona direkt in die Behandlungseinheiten A-dec 500 Pro und A-dec 300 Pro integriert wird. Es ist ab dem ersten Quartal 2026 über ausgewählte Händler erhältlich, als werkseitig installierte Option für neue Einheiten und als Retrofit-Kit für bereits im Behandlungsraum stehende Systeme. Die Verfügbarkeit variiert je nach Land.

Die Integration vereint vier Funktionen, die zuvor in separaten Tischgeräten untergebracht waren: die Steuerung des restaurativen Handstücks, einen Endo-Motor mit vorinstallierten WaveOne- und Reciproc-Feilenbibliotheken, einen integrierten Apex-Locator sowie einen Implantatmotor mit eingebauter peristaltischer Pumpe und vorinstallierten Implantatbibliotheken. Alle vier werden über einen Touchscreen an der Behandlungseinheit und eine gemeinsame Fußsteuerung bedient. Das System läuft auf der Softwareplattform A-dec+, die Bibliotheks- und Protokoll-Updates auf die Einheit überträgt, ohne dass Hardware getauscht werden muss.

Warum das eine Frage des Barriereprotokolls ist, nicht nur ein Geräte-Upgrade

Solange restaurative, endodontische und Implantatmotoren separate Geräte waren, hatte jedes sein eigenes Gehäuse, sein eigenes Kabel und in den meisten Praxen eine eigene Zeile in der Barriere-Checkliste. Ein Endo-Motor wurde für eine Wurzelbehandlung eingehüllt und den Rest der Woche in Ruhe gelassen. Die Spülleitung eines Implantatmotors war ein klar definierter Einwegartikel, der gezielt für OP-Tage bestellt wurde.

Durch die Bündelung dieser Funktionen in einem Touchscreen und einer Fußsteuerung ändert sich das Expositionsmuster. Das Bedienfeld und das Pedal werden nicht mehr nur für einen Eingriffstyp an bestimmten Tagen genutzt — sie werden bei jeder restaurativen Füllung, jeder Endo-Behandlung und jeder Implantatsetzung berührt, die in diesem Behandlungsraum stattfindet. Eine Fläche, die früher nur gelegentlich Kontakt hatte, wird jetzt ständig berührt, von Patienten mit sehr unterschiedlichen Eingriffen und sehr unterschiedlichen Aerosol- und Handschuhkontaktprofilen.

Retrofit-Kits werfen ein zweites, unmittelbareres Problem auf: Die Barrierekarte, die eine Praxis bereits für ihre A-dec 500 Pro oder 300 Pro erstellt hat, wurde für die Behandlungseinheit in ihrem Zustand vor dem Einbau des Kits gezeichnet. An dem Tag, an dem das Midwest-Motorsystem nachgerüstet wird, ist diese Karte veraltet — es gibt einen neuen Touchscreen und je nach Kit eine neu positionierte Fußsteuerung, die im vorherigen Protokoll nicht existierten.

Was vor der Nachrüstung — oder vor dem ersten Tag mit einer neuen Einheit — zu prüfen ist

  1. Den integrierten Touchscreen ausdrücklich in die Liste für Flächendesinfektion und Barrieren aufnehmen. Nicht davon ausgehen, dass er durch das Protokoll abgedeckt ist, das für das alte, eigenständige Endo- oder Implantatmotorgehäuse galt — dieses Bedienfeld wird jetzt auch bei restaurativen Fällen genutzt.
  1. Die Passform der Barriere an die neue Geometrie des Bedienfelds prüfen. Ein Retrofit-Kit verändert die physische Grundfläche des Bedienbereichs; eine für die vorherige Konsole zugeschnittene Hülle oder Abdeckung sitzt auf der neuen möglicherweise nicht mehr richtig.
  1. Einweg-Spülschläuche für die eingebaute peristaltische Pumpe vor dem ersten Implantatfall am neuen System beschaffen. Die Pumpe ist jetzt Teil der Behandlungseinheit statt eines separaten Physiodispensers, doch die Leitung muss weiterhin ein zur Pumpe passender Einwegartikel sein.
  1. Die gemeinsame Fußsteuerung als Berührungspunkt zwischen Behandlungsschritten behandeln, nicht nur zwischen Patienten. Wechselt eine Behandlerin oder ein Behandler innerhalb desselben Termins von einem restaurativen Schritt zur Aktivierung des Apex-Locators, hat das Pedal dazwischen bereits die Hand und die Handschuhe gewechselt.
  1. Schulungsunterlagen und Checklisten genau zum Zeitpunkt der Nachrüstung aktualisieren, nicht erst bei der nächsten planmäßigen Überprüfung — genau in der Lücke zwischen Installation und Protokoll-Update wird ein neuer Berührungspunkt am ehesten übersehen.

An der klinischen Funktion des Midwest-Motorsystems ändert das alles nichts. Es ändert, wo das Team während einer normalen Woche die Hände hinlegt — und genau darauf muss ein Barriereprotokoll vorbereitet sein, bevor nach der Installation der erste Patient im Behandlungsstuhl sitzt.

Quellen

  1. A-dec and Dentsply Sirona Expand Partnership — A-dec, 2026-09-04
  2. Dentsply Sirona and A-dec expand their strategic partnership by integrating Midwest Motor System into A-dec Pro delivery systems — Dentsply Sirona, 2026-09-04
  3. A-dec and Dentsply Sirona Extend Strategic Partnership with Integrated Midwest Motor System in A-dec Pro Delivery Platforms — Compendium of Continuing Education in Dentistry, 2026-09-04

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